Zuchtwart Mittelschnäbler
Wiener Tümmler zur Europaschau in Leipzig 2012
Die Europaschau war eine Mammutschau, welche anschaulich demonstrierte, was an Größenordnungen machbar ist. Gleichzeitig war es auch unsere Hauptschau, die durch das internationale Flair noch gekrönt wurde. Sicher sind solche Größenordnungen nicht jedermann Sache, aber den meisten Zuchtfreunden gefiele es.
Den Anfang machten die Altösterreichischen Kiebitze im schwarzen Farbenschlag (10). Während es mit den jungen Täubern noch sehr gut begann, änderte sich das Bild mit den jungen Täubinnen und den Alttieren. Kürzere Figuren, abgerundetere Köpfe, Augen- und vor allem die Randfarben störten das Bild. Unauffällige, dunkle Ränder sind das Zuchtziel. HV auf 1,0 jung erhielt M. Schlangenotto und 2x SG 94 Zuchtfreund Passecker. Die 2 roten Tiere bedurften noch etwas Aufbauarbeit während der gelbe Farbenschlag doch schon richtig gefallen konnte. Nicht zu lange Figuren, gut abgerundete Köpfe, satte Farben mit einem gewünschten Zeichnungsbild hoben die prämierten Tiere hervor. Die Augenfarbe stellte lange ein Problem dar. Mit der jetzigen Lösung scheint der richtige Weg gefunden worden zu sein!? Das Spitzentier stellte mit HV bewertet A. Zitzwarek und J. Passecker holte sich mit seiner Kollektion den EM-Titel. Die blauen Kiebitze m. schw. Binden waren mit 19 Tieren von 5 Züchtern aus Österreich und Deutschland vertreten. Sie verfügten über den knapp mittelgroßen Typ mit abgerundeten Köpfen und dem gewünschtem Zeichnungsbild. Die herausgestellten Tiere zeichneten sich durch ihre dunklen Augen und unauffälligen Ränder aus. Zur Herabsetzung in den Bewertungsnoten führten rote Augen und aufgehellte Rückenfarben.
Zur Rückenfarbe gibt es im Standard allerdings einen Widerspruch. In der Zeichnungsbeschreibung steht: „farbiger Rücken und Keil ist bei allen Farbenschlägen anzustreben.“ Unter „Grobe Fehler“ finden wir dann: „Weißer Rücken bei Schwarz, Dun, Blau mit schw. Binden und Blaugehämmert…“ Während die Zeichnungsbeschreibung ideal ist und züchterische Spielräume lässt, wird es durch die Fehlerfestlegung negiert. Bei einigen Tieren störte auch der Ansatz zu 3. Binde. Mit HV bewertet und EC ausgezeichnet wurde eine 0,1 von W. Meyer.
8 Blaugehämmerte schlossen sich an. Einige von ihnen sollten nicht kräftiger werden, wenn sie auch im Typ gefielen. In der AOC Klasse wurde eine 0,1 in blau-dunkelgehämmert mit SG Anlagen von W. Somfleth vorgestellt. HV und EC erhielt ein 1,0 jung von A. Heftenberger.
Mit insgesamt nur 26 Tieren in Blau mit schwarzen Binden war der Farbenschlag bei den Wiener Tümmlern nicht in gewohnter Stärke vertreten. In den Figuren und Köpfen gab es nur wenig zu beanstanden. Das traf auch für den Farbbereich zu. Die Wünsche und Kritiken waren in den Iris- und Randfarben, zum waagerechteren Schnabeleinbau und in einigen Fällen in den unschönen Binden zu finden. Wenn die Binden schon nicht so schmal wie gewünscht sind, so sollten sie zumindest getrennt sein. Wir sind uns aber sicher einig, dass unsere Blauen und hier ganz besonders die Täubinnen durch ihr Farbkleid nicht besonders punkten können. Wenn sie dann noch graue und mit den unterschiedlichsten Einlagerungen versehene Augen und aufgehellte Ränder haben, so ist das Schönheitsideal schon arg getrübt. Reine Perlaugen sind einfach erforderlich und adeln jeden Wiener erst richtig. Leider sind wir davon ein Stück abgekommen. Das Perlauge im Standard festzuschreiben und alle anderen Formulierungen wegzulassen erscheint mir als ein notwendiges Ziel. Milchweiß mit lichtblauem Stich wäre sicher Magermilchfarbe, denn sonst hätten wir einen gelben Stich. Ein blaugraues Auge ist auch immer „unrein“ und erinnert noch etwas an das eine Zeit lang angestrebte Fischauge, aber auch an den Budapester. Die übrigens immer wieder von „Außenstehenden“ eingebrachten Kritiken zur Farbe unserer Blauen Wiener gab es eine Bezeichnung „Stockblau“ nie!
Herausragend stellte sich die „Altkollektion“ von A. Böhm vor. Er holte sich mit ihnen den EM und EC Titel. Die schwarzen mittelschnäbligen Wiener (20) hatten leider das Pech in schauunwürdigen Käfigen zu stehen. Ihr Zustand ließ auf schon „ausgemustert“ schließen, denn sie waren ringsum defekt. Das mit dicker Pappe abdecken verhinderte wohl, das nicht noch mehr Tiere entfliegen konnten, aber erschwerte das Bewerten der Tiere, welche ja schon doppelreihig standen, ungemein. Ihre Qualität, bis auf wenige Ausnahmen überzeugte. SG Figuren und Köpfe hatten sie alle. Auch farblich konnten sie überzeugen. „Leuchtendere“ Augen und dunklere Ränder waren Wünsche und Mängel. Sehr hochstehende Tiere fielen auf, aber sie hatten teilweise auch grenzwertige Schnabel- und Schwanzlängen. Eine Alttäubin von A. Böhm war das Maß aller Dinge. Sie bestach in allen Punkten und wurde mit der Höchstnote belohnt. Insgesamt errang auch in diesem Farbenschlag mit seinen Alttieren A. Böhm den EM- und EC-Titel. Hervorgehoben werden konnten aber auch gleich mehrere Tiere von H. Rinert (CH) und M. Kathmann.
Vier einfarbig rote Wiener von S. Siefert gefielen in den Figuren, Köpfen, Augen, Rändern und auch Farben. Mehr „Beinlänge“ und auf korrekten Schnabeleinbau achten waren Wünsche. 379 Punkte zeugten vom hohen Gesamtdurchschnitt.
Ihnen folgten 18 gelbe Einfarbige. Nur ein Tier konnte wegen einer roten Iris das SG nicht erhalten. Sonst begeisterte Qualität. Schlanke Figuren, markante Kopfpunkte, Perlaugen, abfallende Rückenlinien sowie satte Farben hoben die Sptzentiere hervor. Noch klarere Iriden, markantere Köpfe, kürzere Schwänze und auf die Abdeckung achten waren die Hauptwünsche bei den mit SG 93 bewerteten Tieren. Die zwei Kollektionen von S. Witte dominierten in der vorgestellten Gruppe mit V und HV. Er wurde EM und stellte auch das Championtier!
Vier einfarbig weiße Mittelschnäbler und vier Rotfahle vom Zuchtfreunde R. Weidinger aus Österreich waren ein ungewohntes Bild. Das sie noch nicht gefestigt sind wurde besonders durch ihre unterschiedlichen Kopfformen, Augen und Farben deutlich. Bei weiterem Züchterfleiß findet besonders die rotfahle Farbvariante bestimmt bald weitere Liebhaber. Die zwei herausgehobenen Tiere wurden mit SG 95 und 94 bewertet.
Erfreulich, dass unsere Hellgestorchten mit 48 Tieren die stärkste Kollektion stellten. Der überwiegende Teil der Tiere begeisterte mit schlanken Figuren, abfallender Haltung, markanten Köpfen und dunklen Masken. Lange Läufe und Hälse allein machen es nicht, denn die Schnäbel und Schwänze wachsen leider mit. Deshalb sollte noch mehr Wert auf die Harmonie der Gesamterscheinung unserer Tiere gelegt werden. Sehr oft war in den Mängel- und Wunschspalten zu lesen: „Iris leuchtender, Schwanz kürzer, Rücken abgedeckter, auf Zeichnungsbild achten usw.“ Einige der Tiere hatten offensichtlich nur durch ungeschicktes „Putzen“ ihren Rückenschluss verloren. Unser Hellstorch zählt zu den Schimmeln. Kommt es zu einer stärkeren Farbstoffanhäufung, so tritt diese zuerst im Kopf- und Bindenbereich, aber auch in der Schwanzfarbe auf. Wird der Bindenansatz weggeputzt, so haben wir den unabgedeckten Rücken oder sogar Stülpflügel. Drei Tiere wurden wegen blauen Schwänzen noch mit „Gut“ bewertet. Bei ihnen war nicht nur der gesamte Oberschwanz , sondern auch der Keil farbig. Im vorangegangenen Standard unter grobe Fehler als überzeichnete Schwänze geführt! Hervorgerufen durch das Verpaaren von 2 kräftig gezeichneten Elterntieren. Über die geforderte Schwanzbinde verfügten aber der überwiegende Teil der Tiere. Ich persönlich verwende den Ausdruck Schwanzbinde schon viele Jahre nur noch selten, sondern spreche vom gezeichneten Schwanz. Es wird sicher auch dem „Letzten“ deutlich, dass die Zeichnung und insbesondere die des Schwanzes  unseren Hellstorchzüchtern z. Z. am meisten zu schaffen macht. Wenn wir jetzt noch Tiere mit bis zu drei weißen Federn im Schwanz unter grobe Fehler stellen würden, so hätten wir ein noch größeres Problem. Ich erinnere nochmals an unsere vor einigen Jahren eingebrachte Formulierung zum Zeichnungsbild des Schwanzes:  „Bis zu drei weiße Schwanzfedern im gezeichneten Schwanz, verdeckt getragen, noch SG!“ Die damit gesammelten Erfahrungen der letzten 20 Jahre bewiesen, dass diese Entscheidung sich positiv auf unsere Zuchten auswirkte. Ich bin aber zuversichtlich, dass auch unsere österreichischen Zuchtfreunde zu dieser Einsicht gekommen sind.
V und Europachampion erhielt A. Schumann auf eine 0,1 jung. Die HV Tiere kamen von A. Schumann, W. Nix, R. Jänicke, G. Pönitz und T. Engelbrecht. EM und Champion wurde W. Nix, E. Jänicke und T. Engelbrecht.
Farbgestorchte in schwarz (4), rot (4) und gelb (17) stellten fünf Züchter vor. Sie verkörperten wohl den derzeitigen Zuchtstand dieser Spielarten. Leider wurde hier sowie auch bei den folgenden Gedachelten (4) und Kiebitzen (20) kein Europameistertitel  vergeben. Eigentlich sehr schade, denn sie könnten die „letzten Mohikaner“ sein und hätten unbedingt einer Förderung bedurft. Wir, als Rassetaubenzüchter, haben es auf unsere Fahnen geschrieben, die alten Rassen und ihre Vielfalt zu erhalten, aber wir haben nur wenige Züchter die das auch umsetzen. Dafür haben wir aber mehr neue Farbenschläge ins Leben gerufen. Vielleicht lässt sich doch dieser oder jener Züchter zum Umdenken bewegen.
Bei den Schwarz- und Rotgestorchten gefielen die Figuren und Köpfe und auch am waagerechten Schnabeleinbau gab es wenig auszusetzen. Gefällig waren sie auch im Farbton. Ihr Hauptproblem stellte die Zeichnung dar. Das traf auch für die 4 schwarz  Gedachelten zu. Haben sie satte Farben, so sind sie meistens auch recht „bunt“. Dann wird das Putzen notwendig und da wird die Grenze des Erlaubten leider manchmal überschritten. SG 95 erhielt T. Engelbrecht auf einen 1,0 jungen Schwarzstorch und HV bekam ein 1,0 alt von F. Mohs. Sein 1,0 jung in schwarz gedachelt wurde ebenfalls mit HV hervorgehoben!
Die Gelbgestorchten sprachen an. Erstaunlich ihre markanten Köpfe, schlanken Figuren und beim überwiegenden Teil auch satten Farben. Im Wunsch- und Kritikbereich standen der waagerechtere Schnabeleinbau, die klarer geforderte Irisfarbe sowie eine noch sattere Schwingen-Schwanz und Keilfarbe. Auf vollständige Bartzeichnung und volle Schenkelbefiederung sollte schon geachtet werden. Dem herausragenden Jungtäuber fehlte leider eine Schwanzfeder! HV SB und EC erhielt eine junge Täubin von W. Meyer.
Zwölf schwarze Kiebitze, von E. Sacher (A) und H.-J. Tietz vorgestellt, zogen die Blicke der Zuschauer auf sich. Nicht nur ihre satten Farben und das Zeichnungsbild, sondern auch ihre Figuren mit der schräg abfallenden Haltung, den markanten Kopfpunkten und den leuchtenden Augen bei den Spitzentieren war auffallend. Nur ein Tier wurde wegen nicht korrektem Schnabelschluss in der Bewertung herabgesetzt. Die Wünsche lagen überwiegend im Bereich des Brustschnittes, tiefer  und gerader sowie der noch klareren Irisfarbe.
V und LVP und HV und als EC ausgezeichnet wurden 1,1 von H.-J. Tietz.
Die roten und gelben Kiebitze von J. Passecker (A) erfüllten die Standardanforderungen in den Figuren, dem Stand und den Köpfen sowie in den Farben. Während die Roten in der Schnabelfarbe (hellhornfarbig) Wünsche offen ließen, hätte den Gelben ein noch waagerechterer Schnabeleinbau zu höheren Bewertungen verhelfen können. Auf einen korrekteren Brustschnitt zu achten war ein weiterer Wunsch. Das schimmligsein von Federn vor- und nach dem Brustschnitt lässt das Zeichnungsbild unkorrekt wirken und ist ziemlich „Erbfest“. SG 95 und 94 erhielten die herausgestellten Tiere. 17 gelbe Weißschilder beendeten meinen Bewertungsauftrag. Die Spitzentiere fielen durch kurze Figuren, breiten Stirnaufbau mit gut abgerundeten Köpfen, roten Rändern und sattem Farbstoff auf. Dazu passten auch die mittellangen, kräftigen Schnäbel. Die milchweiß geforderte Irisfarbe gehört immer noch zu den größten Wünschen im roten und gelben Farbenschlag. Unabhängig davon sollte aber noch intensiver an der Irisfarbe „gearbeitet“ werden. Die Wünsche und Mängel lagen auch in diesem Bereich. Festeres Halsgefieder, kürzere Figuren und abgedecktere Rücken kamen hinzu. Letztere waren sicher überwiegend auf nicht sehr geschicktes Putzen zurückzuführen. V mit LB und EC wurde auf eine 0,1 jung von D. Tabel vergeben. HV erhielt auch ein 1,0 jung vom gleichen Züchter. Am Ende reichte es auch für den EM Titel.
VDT-Schau in Nürnberg, im Dezember 2012
Eine Woche nach der EE-Schau folgte die Deutsche Meisterschaft. Ein guter Vergleich war für mich auf Grund der kurzen Zeitabstände schon objektiv möglich. Beginnen durfte ich mit den 36 Blauen m. schw. Binden. Sie waren eine Klasse für sich und ganz besonders traf das für die Täubinnen zu. Schlanke, aufgerichtete Figuren mit gewünscht abfallenden Rückenlinien und feiner Kopfmarkanz konnte fasst der ganzen Kollektion bescheinigt werden. Wenn wir nur die genannten Positionen beachten brauchten, so hätten wir mehrfach V und viele Male das Prädikat HV vergeben müssen. Unterschiede gab es jedoch in der Irisfarbe, dem Rand und dem waagerechteren Schnabeleinbau.
Mit der Formulierung „Iris“ leuchtender kann man das etwas graue und unausgereift wirkende Auge ja bei sonst hoher Klasse noch umschreiben, aber es sollte von jedem Züchter auch entsprechend ernst genommen werden. Wir müssen wieder zum klaren Perlauge hin. Wenn wir heute vom waagerechteren Schnabeleinbau sprechen, so ist nur noch selten der Senkschnabel, sondern der schon leicht nach oben zeigende Schnabel gemeint. Es sieht bei den steiler gewordenen Stirnpartien nicht schlecht aus, aber es ist nicht unser Zuchtziel! Vergleichen wir Leipzig und Nürnberg, so können wir feststellen, dass die angesprochenen „Probleme“ durch alle Zuchten laufen. Die Spitzentiere kamen von r. Schmid, A. Böhm und M. Schüder. Den Deutschen Meistertitel errangen die Tiere von R. Schmid.
Den folgenden 20 schwarzen Mittelschnäblern kann eine gleich hohe Qualität bescheinigt werden. Überwiegend tolle, harmonisch wirkende Figuren, abfallenden Rückenlinien und markante Kopfpunkte. Wenig Wünsche oder Beanstandungen gab es zu den Augenrändern und auch farblich konnten sie gefallen. Die Irisfarbe und der waagerechtere Schnabeleinbau war auch bei ihnen ein Thema. Die Tiere von R. Schmid und A. Böhm dominierten in der vorgestellten Kollektion. R. Schmid gelang es auch bei ihnen den Deutsche Meistertitel zu holen.
Gefallen konnten auch die 8 einfarbigen Gelben. In den Figuren, dem Stand, den Kopfformen sowie auch überwiegend in der Farbe gab es wenig zu kritisieren. Auch bei ihnen darf die Irisfarbe nicht unbeachtet bleiben, auf abfallendere Haltung und noch glatteres Gefieder sollte geachtet werden. Insgesamt eine ansprechende Kollektion und meinen Glückwunsch zum Deutschen Meister an M. Große-Schute.
Eine angenehme Überraschung stellten für mich die 20 Blau Belatschten dar. Nach einer längeren „Durststrecke“ präsentierten sie sich wieder in einer schon einmal gesehenen Qualität. Einige Täuber wirkten etwas grob, aber mit hohem Stand, guten Proportionen, Augen und Rändern waren sie ausgestattet. Es fehlte am korrekten Schnabeleinbau. Die Täubinnen waren eine Klasse für sich. Überwiegend stimmte auch bei ihnen der waagerechte Schnabeleinbau, die Iris- und Randfarbe sowie die Latschengröße. Ich denke, dass wir mit diesem Zuchtstand wieder auf dem richtigen Wege sind. V und HV und den Deutschen Meistertitel erhielten Tiere von P. Keßler.
Allen Meistern nochmals meinen besonderen Glückwunsch! Mögen die Erfolge für alle Ansporn für das Zuchtjahr 2013 sein!
Gut Zucht!                  W. Meyer - Zuchtwart Mittelschnäbler
Zuchtwart Kurzschnäbler
Die Hauptsonderschau der Wiener und Budapester Tümmler 2012 fand auf der Europaschau in Leipzig statt.
In der Schausaison 2012/13 fanden neben der Hauptsonderschau in Leipzig noch Sonderschauen  zur VDT - Schau in Nürnberg (1 Woche später) statt. Zur Hauptsonderschau auf der Europaschau in Leipzig konnten unsere Zuchtfreunde aus Deutschland und Europa nur 86 Budapester Kurze in die Aufstellungskäfige bringen.
Für die engagierte SV-Arbeit, Europaschau in Leipzig mit angeschlossener HSS war für die Züchter eine gute Möglichkeit mit den ausländischen Züchtern unsere Tauben züchterisch  zu begutachten. Die Rassenqualität war auf HSS - und Europaschau entsprechend gut,  so dass die den Gesamteindruck der Rasse bestimmenden Merkmale im Wesentlichen durchgezüchtet sind.
Der schwarze Farbschlag (9) mit schwarzem Schnabel war zusammen gemeldet mit wachsfarbigen Schnabel. Er konnte die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Schwache Tiere, reichlich lockeres Gefieder und lange spitze Köpfe sowie Schnäbel beeinflussten im wesentlich niedrige Punktzahlen. 1x HV 96. 8 weiße von Sg- Qualität mit Wünschen in Figur, Kopfmarkanz, Halslänge und Schwanzaufbau. Sg - 94 Pkt. Eine recht ausgeglichene Kollektion von 15 Roten präsentierte sich mit verbesserter Kopfform und ansprechender Farbe. Allerdings könnten sie in Standhöhe und Halslänge noch etwas zulegen. Für diese Leistung wurden 2x Hv und EC vergeben. Bei den Gelben (6) wurden die zarten Körper mit prima Köpfen, Standhöhe und Figur gezeigt. In  Zukunft sollten Tauben mit  11 Schwanzfedern nicht mehr zur Ausstellung gebracht werden.
Auch auf korrektere Farben ist in Zukunft bei Roten und Gelben unbedingt zu achten.

5-Dunfarbige von 3 Züchtern zeigten sehr große Unterschiede. Geringe Kopfsubstanz, Langen Schnäbeln, Irisfarbe und Schnabel kamen nicht über 92 Pkt.  Ausnahme war 0,1 alt Hv 96 Pkt. und EC  mit sehr guter Kopfmarkanz, Halsadel,  Schnabelsubstanz und Figur.

5 Blaue mit schwarzen Binden sollten zusammen mit Budaer blau mit schwarzen Binden gemeldet werden.
10 Gestorchte - der qualitative Gesamtschnitt überzeugte, nur einzelne Tiere mit nicht korrekter Schnabelsubstanz, losem Gefieder. Breiter Schwanzaufbau, standen zurück. 1 x 95 Pkt.

Die 4 Schimmel - unser sorgen Farbenschlag sind eine Rarität auf den Deutschen Schauen. Der Zuchtstand ist noch nicht so hoch wie bei anderen Farbenschlägen Mit hellem Rand, breitem Schwanzaufbau sowie zu wenig Kopfsubstanz mussten bemängelt werden.
Am stärksten waren 29 Budaer blau mit schwarzen Binden eine recht ausgeglichene Kollektion. Haltung, Kopfmarkanz, Rand und Iris gaben keinen Anlass zur Kritik. Überraschend viele hatten aber mit Standhöhe und Wünschen in der Schnabel-Substanz sowie Rückendeckung zu kämpfen. 1 x V-97 EC und 1 x HV. Sehr zu beachten ist - das gilt besonders für fast alle kurzschnäbligen Tauben -, dass die Schnäbel genügend Substanz in beiden Hälften besitzen. Ganz besonders wichtig sind die Pflege des Schnabels und dessen Schaupräsentation.

A. Oldak – Zuchtwart Kurzschnäbler